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BALKAN HOT STEP SPECIAL - ALBUM TOUR


31. May 2007 - 22:00

BALKAN HOT STEP SPECIAL - ALBUM TOUR

[dunkelbunt] & Nifty's + Special Guests

Sowohl [dunkelbunt] als auch Nifty's haben in diesem Frühjahr ihre Alben veröffentlicht: MORGENLANDFAHRT und TAKESHI EXPRESS - welche sie im Rahmen ihrer Album Tour natürlich auch im Tüwi präsentieren. "Die guten Energien und die Vibrations des Tüwipublikums auf den BALKAN TÜWI HOT STEPS dürfen bei der Geburt unserer Kinder auf keinen Fall fehlen" sagt der gebürtige Hamburger Ulf Lindemann alias [dunkelbunt], der mittlerweile auf den Flügeln seiner letzen Veröffentlichung THE CHOCOLATE BUTTERFLY seine BALKAN ORIENT MELANGE u.a. von Wien nach Berlin, Paris nach Barcelona, Tokio nach New York oder Istanbul nach Melbourne präsentiert. "Im Tüwi fühl' ich mich nach wie vor am wohlsten. Es ist klein aber fein!"

Über MORGENLANDFAHRT - [dunkelbunt] Album
Während der letzten drei Jahren hat [dunkelbunt] sein Debutalbum MORGENLANDFAHRT produziert, das nun endlich im Mai 2007 auf dem Wiener Urban-World Label chat chapeau veröffentlicht wird. MORGENLANDFAHRT ist ein Mix aus Dub, Reggae, Bossa, Jazz, Electronics, TripHop und BreakBeats – dicht verwoben mit Einflüssen aus Osteuropa und dem Balkan. Vielfältige Kooperationen mit Wiener Musikern ebenso wie mit Künstlern der internationalen Balkan- und Klezmer-Szene bereichern die Tracks. Unter anderem entstanden Songs mit Aufnahmen von 5’nizza, Fanfare Ciocarlia, Amsterdam Klezmer Band, Harry Stojka, Östblocket, MC Killo Killo, Orient Expressions, uvm..

Mit MORGENLANDFAHRT kombiniert [dunkelbunt] die zahlreichen Facetten und Gesichter südosteuropäischer Folklore mit den Stilelementen der Elektronik und World-Musik – das Ergebnis könnte man Balkan-Dub, Balkan-TripHop oder Balkan-Electronics nennen.

MORGENLANDFAHRT ist jedoch mehr als eine bloße musikalische Verschmelzung unterschiedlicher Genres. Es erzählt von einem Fahrradtrip von Wien nach Istanbul, der Inspiration zu dem Album brachte. Auf seiner Reise durch 7 Länder lernte Ulf Lindemann nicht nur die Lebensgewohnheiten der Einheimischen kennen, sondern auch jene Plätze, an denen die unterschiedlichen Musikstile ihren Ursprung haben. Die Hintergrundgeräusche, mit denen die einzelnen Tracks auf der CD verbunden sind, wurden fast alle auf dieser Fahrt mit einem kleinen Stereomikrofon aufgenommen. Die Klangbilder reichen vom Sonnenaufgang in den grünen Donauebenen Ungarns bis zur Abenddämmerung in serbischen Auen, erzählen von rumänischen Pferdekutschen, bulgarischen Kindern am Strand des Schwarzen Meeres und einem Fischmarkt in Istanbul.

[dunkelbunt] ist als Künstler nicht nur für seine Remixe internationaler Artists wie Balkan Beat Box, Tori Amos, Unified Gecko, Fanfare Ciocarlia, Orient Expressiones, Harry Stojka, Eastenders, !Deladap u.v.m. bekannt. Sein eklektischer Mix begeistert bei seiner Balkan Hot Step Club Night schon seit Jahren auch das tanzwütige Clubpublikum und gilt in Wien und international bereits als Fixpunkt der Balkanszene.

MORGENLANDFAHRT ist auch das Ergebnis von Ulfs Umzug von Hamburg nach Wien im Jahr 2001. Ursprünglich von der lebendigen Elektronikszene in Wien angetan, entdeckte er bald Wiens besonderen musikalischen Reichtum, der von der traditionellen Musik des Balkans bis zum Orient reicht. Diese historisch gewachsene Melange aus Kulturen der näheren und ferneren östlichen Nachbarn zeichnet Wien seit jeher aus und prägt den lebendigen, weltoffenen Charakter der Stadt, wie man ihn beispielsweise täglich auf dem berühmten Wiener Naschmarkt, mit seinem babylonischen Mix der Sprachen, Speisen und Waren, spüren kann.

Hier hat auch Ulfs zweite große Leidenschaft, neben der Musik, ihren Ursprung: er kreiert exquisite Gewürzmischungen nach eigenen und uralten Rezepten aus Indien, Afrika, Südamerika, Europa wie Berbere (Äthiopien), Tandori Masala (Indien), Fünfgewürz (China), Brotgewürz (Österreich), Kräutersalze und viele mehr.

Kochen und komponieren ist für [dunkelbunt] in gewisser Weise sehr ähnlich. Er bedient sich lediglich unterschiedlicher Zutaten: ob Kräuter oder Instrumente, deren Klänge oder Farben, ob Geschmack, Geruch oder Aussehen. In beiden Fällen gilt die Suche dem harmonischen Ganzen. Die Nuancen kommen mit dem Würzen. Nahrung ist beides. Das eine für den Körper, das andere für die Seele.

Obwohl die musikalische Essenz im Südosten Europas liegt, vereint [dunkelbunt] Sounds aus der ganzen Welt: von Wien bis zum Balkan, Anatolien und dem Mittleren Osten, Indien, Nordafrika, Südamerika, Jamaika bis hin zum nordamerikanischen Swing der Vierziger Jahre.

Über TAKESHI EXPRESS - Nifty's Album

Würde ich Ihnen erklären, dass es sich bei “Takeshi Express“ um Klezmer aus Österreich handelt, dann würden Sie mir als erstes sicherlich entgegenhalten: „Naja, klingt mehr nach New York…“ und dann nachschieben „ … und es klingt mehr nach … schwer zu sagen.“
Meine Worte! - Allerdings spielte der Namensgeber der Band, der berühmte Klarinettist Naftule ‚Niftys’ Brandwein tatsächlich in N. Y. C. viele Platten ein. (Brandwein war Anfang der 20er in die Staaten emigriert. Dort machte sein Spiel viel Furore und er ernannte sich selbst zum „König der jüdischen Musik“.) Die Band Nifty’s kommt aber aus Österreich, wo sie erst vor kurzem mit dem Förderpreis des Österreichischen World Music Award bedacht wurden (Dez. 06). Dass das nicht zu unrecht passierte unterstreichen sie jetzt mit ihrem Erstlingswerk „Takeshi Express“. Mit viel Witz und Spielfreude jubeln sie der jüdischen Musik Rock-, Ska-, Reggae- und Jazzelemente unter.

Diese instrumentalen Bastarde tollen wie junge Hunde durch den Äther, ehe sie sich wieder ihrer Wurzeln besinnen und heim ins jüdische Körbchen kriechen. Ab und an gibt’s auch brachiale Liebesgrüße a la John Zorn und überhaupt atmet das ganze Album viel von der Offenheit und Experimentierfreudigkeit der New Yorker Musikszene. – Ein Beispiel dafür ist beispielsweise die „Sirba >from Gutenbrunn“, in der besagt weltoffene Töne um eine sicher-solide heimische Basslinie wirbeln. Einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Spannung auf dem Album trugen die beiden Gitarristen Fabian Pollak und Michael Bruckner mit ihrem exzellenten Spiel bei. – Das ist man von dem beiden ja aus einem ganz anderen Zusammenhang gewöhnt: sie hatten bereits vor vier Jahren als Formation „Zur Wachauerin“ das bemerkenswerte Album „Kalmuk“ veröffentlich. Dort bilden Pollaks und Bruckners Spiel auf akustischen Gitarren einen herrlichen, heimatlich-schrägen Background zu den gesprochenen, aberwitzigen Texten von Wolfgang Kühn. Der Auftritt von „Zur Wachauerin“ vom Glatt&Verkehrt-Festival 2005 ist ebenfalls seit nicht allzu Langem auf CD nachzuhören. Den Auftritt damals bestritten sie zusammen mit dem Wiener-Lied-Duo „Die Strottern“, ihres Zeichens ebenfalls Sieger des Österreichischen World Music Award 2006, allerdings in der regulären Kategorie. Persönlich finde ich dort den Witz und vor allem den Verve von „Zur Wachauerin“ um einiges ansprechender als das eher „obi-zaaherische“ der wiener Kollegenschaft – aber das mag durchaus rein subjektiv begründet sein…

www.dunkelbunt.org

http://niftys.klingt.org